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Unspunnen

Unspunnenfest 1805

Das Unspunnenfest ist das grösste Bergschwingen des BKSV. Es steht unter dem Patronat des Eidg. Schwingerverbandes und hat seit 1987 eidgenössischen Charakter. Das Unspunnenfest gilt als Revanche für das "Eidgenössische" des Vorjahres und wechselt sich in einem Sechs-jahres-Turnus mit dem Kilchberger Schwinget ab.

Angeregt von Berner Aristokraten, unter ihnen der Berner Altschultheiss Friedrich von Mülinen und der Interlakner Oberamtmann Friedrich Ludwig Tormann, fand das erste Unspunnenfest am 17. August 1805 auf dem "Bödeli" zwischen  Interlaken und Unterseen statt.

In der Zeit der französischen Herrschaft unter Napoleon sollte das Fest das Selbstgefühl und das Nationalbewusstsein stärken, es war aber auch ein politisches Signal für eine Versöhnung der Stadt Bern mit dem damals eigenständigen Kanton Berner Oberland. Obwohl die Berner Regierung Unruhen befürchtete, verlief das Fest friedlich. Es sollte fortan jährlich als ländliches Schweizerfest durchgeführt werden - gestiftet von "der Gesellschaft Berner, Freunde alter vaterländischer Sitten und Gebräuche".

Doch erst 1808 wurde im Gedenken an den legendären Rütlischwur von 1308 ein zweites Unspunnenfest durchgeführt. Im Zuge der Medienberichte über das erste Fest kamen rund 5000 Besucher - eine für damalige Verhältnisse gewaltige Zahl. Der Tourismus im Berner Oberland florierte.

Dass es nicht zur jährlichen Austragung kam, lag am weiterhin schlechten Verhältnis zwischen Stadt und Land. 1814 eskalierten die Unruhen und im Berner Oberland kam es zu offener Aufruhr gegen Bern. An weitere Unspunnenfeste war vorläufig nicht mehr zu denken.

Erst 1905 wurde wieder ein Unspunnenfest durchgeführt, zur Feier des 100-jährigen Bestehens in Form eines Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes. Weitere Unspunnenfeste fanden in den Jahren 1946, 1955, 1968, 1981, 1993 und 1999 statt.

Das 2005 zur Feier des 200. Geburtstages geplante Fest musste wegen grossen Unwetterschäden in der Region um ein Jahr verschoben werden und fand erst im September 2006 statt. Das nächste Fest wird vom 1. bis 3. September 2011 ausgetragen.

Ein letztes Mal wurde das Unspunnenfest 1984 für politische Zwecke missbraucht. Jurassische Separatisten stahlen den 83,5 kg schweren Unspunnenstein, der seit 1905 bei den Steinstoss-Wettkämpfen verwendet wird, aus einem Museum. 2001 wurde der Stein zwar wieder zurück-gegeben, er war aber mit Europasternen verunstaltet worden, weshalb fortan an den Wett-kämpfen ein Duplikat zum Einsatz kommt.